Hervorzuheben ist hier der sorgfältige Umgang mit der denkmalgeschützten über 100-jährigen Bausubstanz. Eine Turnhalle aus den 60-er Jahren rückgebaut und gab Raum für zwei Turnhallen und ein unterirdisches Lernschwimmhalle. Das neue Gebäude nimmt Elemente des Altbaus auf und führt sie in einer modernen Formensprache weiter. Der zweite Schwerpunkt liegt in der Aussenraumgestaltung nach den Ideen des Solothurner Pioniers für naturnahe Aussenräume, Spiel- und Pausenplätze und Biodiversität: Alex Oberholzer. Bei diesem denkmalgeschützten Zeitzeugen der Leitbilder „Bildungspalast/Schulkaserne“ wurde der harte, schroffe rechtwinklige Übergang von Sockelgeschoss zum geteerten, Pausen- bzw. Exerzierplatz durch eine leichte ungeheizte Wintergartenzone aufgebrochen, auf knapp 1/3 er Pausenplatzfläche wurde der Asphalt aufgebrochen und eine leichte Hügellandschaft modelliert, aus welcher mit den Jahren ein richtiges Wäldchen entstanden ist.
• Name: Primarshulanlage Hermesbühl
• Name und Art der Träger*innenschaft: Stadt Solothurn
• Schulart: Primarschule und Kindergarten
• Anzahl der geführten Klassen: 11 Primarschule, 1 Kindergarten
Altbau von 1908: Ernst & Karl Fröhlicher
Turnhalle von 2017: (Ersatzbau): Peter Moor
Schulhausstrasse 5, 4500 Solothurn
Turnhalle:
Name Büro: Peter Moor GmbH
Name Person/en: Peter Moor, Daniel Meurer
Adresse: Schwingerstrasse 5; CH-8006 Zürich
Homepage: www.petermoor.ch
Name Bauleitung: Daniel Bieri Architekturatelier
Adresse: Fallernweg 2, CH-4515 Oberdorf
Bauingenieurarbeiten: Heierle AG, Zürich
Landschaftsarchitektur: Barbara Holzer & Daniel Schläpfer, Zürich
Sportbauberatung: Frank Kockelkorn, Buchs
Sanitäringenieure: Beag Engineering AG, Winterthur
Elektroplanung: R & B engineering AG, Brugg
Aussenraumgestaltung: Alex Oberholzer (t) & Lore Lässer, Solothurn
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Die Schulanlage Hermesbühl ist aus mehreren Gründen aussergewöhnlich.
Der erste Schwerpunkt bildet der sorgfältige Umgang mit der denkmalgeschützten über 100-jährigen Bausubstanz, in welchem die denkmalpflegerische Perspektive mit der architektonischen und der pädagogischen im Dialog periodisch zu allseits akzeptierten und die Geschichte weiterschreibenden Lösungen führte. So wurde eine Turnhalle aus den 60-er Jahren rückgebaut und gab Raum für zwei Turnhallen und ein unterirdisches Lernschwimmhalle. Das neue Gebäude nimmt Elemente des Altbaus auf und führt sie in einer modernen Formensprache weiter. An Stelle von Bruchstellen treten Zwischenräume, in welchen alt und neu Zwiespräche führen.
Der zweite Schwerpunkt liegt in der Aussenraumgestaltung nach den Ideen des Solothurner Pioniers für naturnahe Aussenräume, Spiel- und Pausenplätze und Biodiversität: Alex Oberholzer. Nach seiner durch Beobachtung gestützten Über-zeugung, kann sich wahre individuelle Bildung – und Bildung ist immer individuell – nicht im Scheinwerferlicht der Bühne unter dem Erwartungsdruck und den ständigen Bewertungs- und Beurteilungsmustern von Erwachsenen entfalten. Brachen und Freiräume, in welchen ungestörte rhythmische Naturprozesse stattfinden – keimen, wachsen, blühen, Insekten anziehen, befruchtet werden, Früchte und Samen ausbilden, Fresstiere anziehen, verdorren, absterben sind im Zeitalter der Digitalisierung, der Virtualisierung und der Roboterisierung immer wichtiger werdende informelle, primäre Bildungsräume. Dies gilt ganz besonders für die Stufen Kita, Kindergarten und Primarschule.
Bei diesem denkmalgeschützten Zeitzeugen der Leitbilder „Bildungspalast/Schulkaser-ne“ wurde der harte, schroffe rechtwinklige Übergang von Sockelgeschoss zum geteerten, Pausen- bzw. Exerzierplatz durch eine leichte ungeheizte Wintergartenzone aufgebrochen, Auf knapp 1/3 er Pausenplatzfläche hat Alex Oberholzer 1996 den Asphalt aufgebrochen und eine leichte Hügellandschaft modelliert, aus welcher mit den Jahren ein richtiges Wäldchen entstanden ist.
Die Zeit als man das Spiel der Kinder auf normierten Spielplätzen und naturnahen Aussenräumen beobachtet und Spiel- und Pausenplätze naturnah ohne Spielgeräte gestaltet hat, wartet noch auf ein Revival. Heute werden auf viel zu kleinen Grundstücken viel zu viele Funktionsräume erreichtet. Freiräume, welche Eigentätigkeit und Phantasie anregen verschwinden, alles wird nach Vorstellungen von ArchitektInnen/ Landschaftsarchitektinnen „overdesignt“.
Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Ebene der strategischen Schulraumplanung. Die Stadt Solothurn realisiert und finanziert ihre Schul(um)bauprojekte im Rahmen einer
alle Schulen und Kindergärten umfassenden, langfristigen Immobiliestrategie. Die Vorbereitungen der Hochbauverwaltung zur geplanten Gesamtsanierung des Altbaus
beinhalten genaue Analysen zur aktuellen Nutzung, zur Behindertengerechtigkeit, zu verwendeten Schadstoffen, zur energetischen Situation und zur Erdbebensicherheit. (Urs Maurer)